Kurz gesagt
- Jede Person zieht genau eine andere und beschenkt sie heimlich.
- Niemand zieht sich selbst, und das Budget gilt für alle gleich.
- Beim Schrottwichteln wird nicht gelost, sondern gewürfelt.
- Ausschlüsse für Paare oder Teams sind mit Zetteln schwierig, online kein Problem.
Was bedeutet Wichteln?
Ein Wichtel ist in alten Sagen ein kleiner Hausgeist, der heimlich hilft und dabei nie gesehen wird. Daher kommt der Name: Beim Wichteln wird man selbst zum heimlichen Helfer und beschenkt eine Person, ohne dass sie weiss, von wem das Geschenk kommt.
Im Englischen heisst das Spiel «Secret Santa», in Norddeutschland sagt man oft «Julklapp». In Österreich ist eine Spielart als «Engerl und Bengerl» bekannt: Dort macht man der gezogenen Person über mehrere Tage kleine Freuden, bevor sich alle zu erkennen geben.
Die Grundregeln
So läuft ein klassisches Wichteln ab:
Alle, die mitmachen, kommen auf eine Liste.
Jede Person zieht per Los einen Namen und behält ihn für sich.
Bis zum vereinbarten Tag besorgt jede Person ein Geschenk im vereinbarten Budget.
An der Bescherung werden die Geschenke übergeben, anonym oder mit Auflösung.
Dabei gelten fast überall dieselben Regeln:
- Niemand zieht sich selbst.
- Jede Person beschenkt genau eine andere und wird von genau einer beschenkt.
- Der gezogene Name bleibt geheim, bis zur Bescherung oder für immer.
- Das Budget gilt für alle gleich.
- Wer mitmacht, bringt sein Geschenk auch mit. Wer ausfällt, sagt rechtzeitig Bescheid.
Die Varianten im Vergleich
| Variante | Auslosung | Budget | Passt für |
|---|---|---|---|
| Klassisches Wichteln | Ja, jede Person zieht einen Namen | Fester Betrag, zum Beispiel 20 Franken oder Euro | Büro, Verein, Familie, Freundeskreis |
| Motto-Wichteln | Ja | Fester Betrag | Gruppen, die es kreativ mögen |
| Schrottwichteln | Nein, der Würfel entscheidet | Nichts oder fast nichts | Weihnachtsfeiern mit viel Humor |
Klassisches Wichteln
Die Grundform: Alle ziehen einen Namen, besorgen ein Geschenk im vereinbarten Budget und bringen es zur Bescherung mit. Sie funktioniert in jeder Gruppengrösse ab drei Personen und ist die beste Wahl, wenn ihr euch noch nie auf eine Variante geeinigt habt.
Schrottwichteln
Beim Schrottwichteln bringt jede Person ein eingepacktes Geschenk mit, das sie zu Hause nicht mehr braucht: die Vase von der Tante, das dritte Fondueset, das Buch, das nie jemand gelesen hat. Gekauft wird nichts. Statt einer Auslosung entscheidet der Würfel. Eine verbreitete Spielweise:
Alle Geschenke kommen in die Mitte, alle sitzen im Kreis.
Reihum wird gewürfelt. Wer eine Sechs würfelt, nimmt sich ein Geschenk aus der Mitte.
Ist die Mitte leer, beginnt die zweite Runde mit einer versteckten Uhr, zum Beispiel auf zehn Minuten gestellt. Bei einer Sechs darfst du jetzt ein Geschenk von jemand anderem nehmen, bei einer Eins gibst du eines deiner Geschenke nach links weiter.
Klingelt die Uhr, behalten alle, was sie gerade haben, und packen gleichzeitig aus.
Hausregeln sind ausdrücklich erlaubt: Manche spielen mit zwei Würfeln, andere lassen bei einer Eins alle Geschenke im Kreis wandern. Wichtig ist nur, dass alle die Regeln vorher kennen. Und: Schrott heisst nicht Abfall. Kaputtes oder Schmutziges hat auf dem Tisch nichts verloren. Für Schrottwichteln braucht ihr übrigens kein Online-Tool: Ein Würfel und eine Uhr genügen.
Motto-Wichteln
Ein Motto macht die Suche leichter und die Bescherung lustiger. Bewährt haben sich zum Beispiel:
- Selbstgemacht
- Aus der Region
- Etwas zum Lesen
- Für den Schreibtisch
- Nachhaltig
- Kindheitserinnerung
- Etwas zum Essen
- Alles in Rot
Schreib das Motto in die Einladung und lass genug Zeit, gerade bei «Selbstgemacht». Bei WichtelCircle passt das Motto in die Nachricht an alle, die jede Person zusammen mit ihrem Los sieht.
Wichteln in kleinen Gruppen
Mit zwei Personen funktioniert Wichteln nicht, denn jede zieht zwangsläufig die andere. Ab drei geht es, allerdings ist in kleinen Runden schnell klar, wer wen gezogen hat. Das ist kein Problem, verändert aber das Spiel: Statt auf Anonymität setzt ihr besser auf eine Raterunde beim Auspacken. Sind Paare dabei, schliesst sie gegenseitig aus, denn sie beschenken sich meist ohnehin.
Wichteln im Büro
Im Büro kommen ein paar Fragen dazu: Wie hoch darf das Budget sein? Wie gehen wir mit Homeoffice und Teilzeit um? Und wie sammelt man die Namen von 80 Leuten? Das alles beantworten wir in der Anleitung Wichteln im Büro organisieren.
Die Auslosung: Hut oder online?
Mit Zetteln im Hut geht es so: Alle Namen auf gleich grosse Zettel schreiben, falten und mischen. Reihum zieht jede Person einen Zettel. Wer den eigenen Namen zieht, legt ihn zurück und zieht neu. Zieht die letzte Person ihren eigenen Namen, hilft nur eins: alle Zettel zurück und von vorne.
Wie oft trifft es jemanden? Öfter, als man denkt. Zieht jede Person einfach einen Zettel, hält in rund 63 Prozent der Runden mindestens eine Person den eigenen Namen in der Hand. Dieser Wert gilt schon ab vier Personen und ändert sich mit mehr Leuten kaum noch. Ohne klare Regel für diesen Fall wird das Losen also schnell mühsam, egal ob ihr zu sechst oder zu dreissigst seid.
Probier es aus
Bei einer Online-Auslosung zieht ein Programm direkt eine gültige Verteilung, in der niemand sich selbst hat und alle Regeln erfüllt sind. Bei WichtelCircle passiert das auf dem Server mit kryptografischem Zufall. Ohne Zusatzregeln ist jede gültige Verteilung gleich wahrscheinlich. Jede Person sieht danach über ihren persönlichen Link nur, wen sie gezogen hat, und auch wer organisiert, kennt die Paare nicht.
Ausschlüsse: wer wen nicht ziehen darf
Mit Ausschlüssen legt ihr fest, wer wen nicht ziehen darf. Die häufigsten:
- Paare und Mitbewohner. Sie beschenken sich meist ohnehin. Ein Ausschluss gilt in beide Richtungen.
- Keine gegenseitigen Paare. Wenn Anna Max beschenkt, beschenkt Max nicht Anna. So entsteht eine grosse Runde statt kleiner Tauschpaare.
- Nicht in der eigenen Abteilung. Im Büro beschenkt dann jede Person jemanden aus einem anderen Team.
- Nicht dieselbe Person wie letztes Jahr. Sorgt für Abwechslung, wenn ihr jedes Jahr wichtelt.
Zu viele Regeln können eine Auslosung unmöglich machen. Ein Beispiel: Stellt eine Abteilung mehr als die Hälfte aller Teilnehmenden, kann nicht jede dieser Personen jemanden aus einer anderen Abteilung ziehen, weil es dafür nicht genug andere gibt.
So macht es WichtelCircle: Wir prüfen deine Regeln schon beim Einstellen und zeigen dir, welche Personen betroffen sind, wenn es nicht aufgeht. Die Regel «nicht wie letztes Jahr» behandeln wir als Wunsch: Wir vermeiden die Vorjahrespaare, soweit es deine übrigen Regeln zulassen.
Das Budget
Ein Budget ist nur dann eine Regel, wenn es eine Zahl ist. «Nicht zu teuer» versteht jede Person anders. Legt einen Höchstbetrag fest und sagt dazu, ob Selbstgemachtes zählt. Es zählt fast immer, und zwar mit dem Wert der Zutaten, nicht der Stunden.
Als Faustregel: Im Büro passen 15 bis 25 Franken oder Euro, im Freundeskreis oder in der Familie darf es etwas mehr sein, beim Schrottwichteln gar nichts. Lieber ein Geschenk, das genau passt, als drei Kleinigkeiten, die den Betrag ausreizen. Ideen für jeden Betrag findest du bei den Wichtelgeschenken nach Budget.
Übergabe und Auflösung
Legt vorher fest, wann und wie die Geschenke übergeben werden. Drei Möglichkeiten haben sich bewährt:
- Gabentisch. Alle legen ihr Geschenk mit dem Namen der beschenkten Person auf einen Tisch. Die Wichtel bleiben anonym.
- Persönliche Übergabe. Alle überreichen ihr Geschenk selbst. Das ist herzlicher, lüftet das Geheimnis aber sofort.
- Raterunde. Erst wird ausgepackt, dann rät die beschenkte Person, von wem das Geschenk kommt. Lustig in Gruppen, die sich gut kennen.
Wer räumlich verteilt ist, schickt die Geschenke per Post. Dann gehören die Versandkosten nicht zum Budget, und Adressen werden nur mit Einverständnis weitergegeben.
Häufige Fehler
- Zu kurzfristig. Mit weniger als zwei Wochen Vorlauf wird es für viele knapp.
- Ein Budget ohne Zahl. «Etwas Kleines» führt zuverlässig zu einem Geschenk für 5 und einem für 40.
- Kein fester Termin. Wer nicht weiss, wann Bescherung ist, bringt sein Geschenk nicht mit.
- Keine Regel für Selbstziehungen. Mit Zetteln muss vorher klar sein, was passiert, wenn jemand den eigenen Namen zieht.
- Paare nicht ausgeschlossen. Dann ist die Überraschung für beide schnell weg.
- Die Liste nachträglich ändern, ohne neu auszulosen. Kommt nach der Auslosung jemand dazu oder springt ab, muss neu gelost werden, sonst geht eine Person leer aus.
- Wer organisiert, kennt alle Paare. Das passiert, sobald jemand von Hand zuteilt, etwa um Ausschlüsse einzuhalten. Online lässt sich das vermeiden.
Eure Spielregeln in einer Minute
Wähl aus, was für eure Runde gilt. Daraus entsteht ein Regeltext, den du in die Einladung oder den Gruppenchat kopieren kannst.
Unsere Wichtelregeln
- Jede Person zieht per Los einen Namen und behält ihn für sich. Niemand zieht sich selbst.
- Das Geschenk kostet höchstens 20 Franken.
- Paare und Mitbewohner ziehen sich nicht gegenseitig.
- Selbstgemachtes ist herzlich willkommen und zählt mit dem Wert der Zutaten.
- Bring dein Geschenk eingepackt und mit dem Namen der beschenkten Person zur Bescherung mit.
- Beim Auspacken raten alle, von wem ihr Geschenk ist. Danach lösen wir auf.
- Wer ausfällt, sagt so früh wie möglich Bescheid, damit wir neu auslosen können.
Wichteln online auslosen
Niemand zieht sich selbst, eure Ausschlüsse werden eingehalten, und auch du siehst die Paare nicht.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn man sich selbst zieht?
Mit Zetteln legst du deinen Namen zurück und ziehst neu. Trifft es die letzte Person, zieht die ganze Runde noch einmal. Bei einer Online-Auslosung kann das nicht passieren.
Ab wie vielen Personen kann man wichteln?
Ab drei. Mit zwei Personen zieht jede zwangsläufig die andere, und die Überraschung ist weg.
Muss man verraten, wer man ist?
Nein. Ob sich die Wichtel zu erkennen geben, legt die Gruppe vorher fest. Beides ist üblich.
Was ist der Unterschied zwischen Wichteln und Schrottwichteln?
Beim klassischen Wichteln zieht jede Person einen Namen und kauft oder bastelt ein Geschenk für genau diese Person. Beim Schrottwichteln bringen alle etwas mit, das sie nicht mehr brauchen, und der Würfel entscheidet, wer was bekommt.
Was macht man, wenn jemand sein Geschenk vergisst?
Haltet ein, zwei Ersatzgeschenke im Budget bereit oder vereinbart einen Nachholtermin. Wichtig ist nur, dass niemand mit leeren Händen dasteht.
Darf man das Budget überschreiten?
Besser nicht. Ein deutlich teureres Geschenk bringt die anderen in Verlegenheit. Darunter zu bleiben ist dagegen kein Problem.
Kann man wichteln, wenn sich nicht alle treffen?
Ja. Auslosung und Wunschlisten funktionieren online, die Geschenke schickt ihr per Post oder übergebt sie beim nächsten Treffen.